Als der Jaguar nach Herford kam

Sieht man Filme oder liest man Bücher über die Jugendbewegung der 1960er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland, tauchen fast immer dieselben Personen und Ereignisse auf: Rudi Dutschke, die Berliner Kommune 1, Frankfurter Hausbesetzungen, der Schahbesuch etc.

Was aber passierte in dieser Zeit in der sogenannten Provinz? Welche Auswirkungen hatten die Studentenunruhen der Großstädte in einer ostwestfälischen Kleinstadt?

Der Film „Als der Jaguar nach Herford kam“ begibt sich mit neun Menschen, die in den 1960er Jahren ihre Jugend im Kreis Herford verbrachten, auf eine Spurensuche.

„Einerseits konnte ich meinen Vater irgendwie verstehen, dessen Vater ja bei der SS war. Andererseits kann ich es aber bis heute nicht verzeihen, dass er mich – ein wehrloses Kind – immer wieder geschlagen hat.“

Widerstand wurde hier in einer Rockergruppe, vorsichtigen politischen Aktionen oder mit dem Hören von progressiven Radiosendern wie Radio Luxemburg unter der Bettdecke ausgelebt und erlebt.

Diese vorsichtige Auflehnung gegen die damaligen Verhältnisse wurde durch das Vorhandensein eines außergewöhnlichen Musikclubs befeuert. Angetrieben durch die Leidenschaft ihrer beatbegeisterten Söhne gelang es Carola Frauli, einer außergewöhnlichen jungen Frau, in einem stillgelegten Kino den Jaguar-Club im Jahr 1966 in Herford zu eröffnen. Hier konnte man ekstatische Performances von Bands wie Jimi Hendrix, The Cream, The Who und vielen anderen hautnah erleben, die den Werdegang der Protagonisten entscheidend beeinflussten.

Trotz unterschiedlicher Lebenswege, vom Althippie, der bisher 32 Mal nach Indien gereist ist, einem sehr erfolgreichen Unternehmer und Kunstsammler, bis zum immer noch aktiven Oldiemusiker und einer Sparkassenangestellten, verbindet die heute über 65-jährigen die Liebe zu einer für sie entfesselnden Musik und der Umstand, dass jeder sich seinen Idealen immer noch verpflichtet fühlt.

Eingebettet in Original-Super-8-Aufnahmen und Fotografien, sowie zahlreichen Musikausschnitten der TV-Sendungen „Beatclub“ und „Beat Beat Beat“, wird der Film zu einem unwiederbringlichen Zeitdokument.

Regie, Produktion Rainer Bärensprung / Regie, Kamera, Editor Robin Epkenhans / Colorist Susi Dollnig / Tonmischung Konken Studios / Grafikdesign, Make-Up Artist Jessika Grensemann / VFX Tom Herzog / Catering Service Waltraud Epkenhans / Tonrestauration Sebastian Kleinloh

Erika Reuter / Hans Jürgen Ritschel / Heiner Wemhöner / Carlo Dewe / Rosi Steinmeier / Angelika Sacher / ArtZen Wehmeier / Gerd Rübenstrunk / Jürgen Schäfer / Erika Reuter (jung) Hannah Epkenhans / Jaguar Moritz Mey / Stargirl Sabrina Lessmann / Sportlehrer Ulrich Sonntag / Bär Svetlana Vogt

Deutschland 2019 / Laufzeit 131 Minuten / Farbe, SW

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